Rosel Heim

FAQ

Häufig gestellte Fragen an uns.

Hier finden Sie Antworten bezüglich Hauttypen, Lichtschutzfaktor, Anti-Aging, das Mikrobiom, Waschzyklen, Trendwirkstoffe, Tierversuche und der Familienfirma Rosel Heim.

  • 1. Wie sieht Mischhaut aus?

    Wie Mischhaut aussieht, kann man nicht sinnvoll beantworten. Es ist noch nicht einmal eindeutig, auf was sich die „Mischung“ überhaupt beziehen soll? Auf die Dicke der Haut oder das ph-Niveau? Oder meint „Mischhaut“ etwas ganz anderes? 

    Die Bezeichnung „Mischhaut“ ist, genauso wie die Bezeichnung „fettige Haut“ oder „unreine Haut“, eine Erfindung des Marketings, um Produkte im Massenmarkt, ohne weitere Beratung verkaufen zu können. In etwa so wie die Konfektionsgrößen im Textilbereich. Kein Körper hat tatsächlich die Größe 38. Trotzdem haben wir uns angewöhnt, in den von der Industrie vorgegebenen Größenangaben zu rechnen. Die Aussage „Ich habe die Größe 38“ sagt aber in der konkreten Situation nichts aus, und jeder Schneider fasst sich an den Kopf, wenn eine Kundin meint, sie habe Größe 38.

    So ähnlich verhält es sich mit der „Mischhaut“. Unsere Haut ist am ganzen Körper unterschiedlich. Auch unser Gesicht hat natürlicherweise unterschiedliche Areale, aber Niemand hat tatsächlich eine „Mischhaut“ bzw. alle haben eine Mischhaut. Wir haben alle unsere eigene Haut, mit ihrer eigenen Geschichte und gehen auf sehr unterschiedliche Art mit ihr um. Wenn wir sie richtig pflegen wollen, müssen wir feststellen, was unsere Haut wann, wo und wofür benötigt! 

  • 2. Wieviel Hauttypen gibt es?

    Hauttypen gibt es nicht wirklich. Die Einteilung bestimmter Hautbilder in „Typen“ ist eine Erfindung der Industriekosmetik, ähnlich der Konfektionsgrößen bei der Bekleidung.

    Daneben gibt es zahlreiche andere Einteilungen, die zum Teil anthropologisch begründet sind (z.B. Fritzpatrick) oder funktional. Aber diese Einteilungen haben keine Anwendung bei der Hautpflege.

  • 3. Wie hoch sollte der LSF sein?

    Der Lichtschutzfaktor sollte nicht bestimmen wie wir mit der Sonne umgehen. Er kann ein Hilfsmittel sein, aber er ist nicht die Lösung aller Probleme. Wenn wir uns im 8- oder 14-tägigen Urlaub am Meer um die Mittagszeit in der prallen Sonne aufhalten, kann uns auch ein extrem hoher LSF nicht ausreichend schützen. Wenn wir dagegen zu Hause am späten Nachmittag einen Spaziergang machen, kann auch ein sehr niedriger LSF schädlich sein, weil die Sonnenstrahlen für uns lebensnotwendig sind.

    Generelle Aussagen zum LSF haben das Risiko uns eine falsche Sicherheit zu suggerieren. Ausschlaggebend für einen gesunden Aufenthalt in der Sonne sind tatsächlich genetische Disposition, Vorbereitung der Haut (Pflege, Gewöhnungszeit), Stärke und Zusammensetzung der Sonnenstrahlen und angepasste Kleidung. Erst am Ende der Abwägung sollte über den LSF entschieden werden.

  • 4. Was macht eine Kosmetikerin aus?

    Eine Kosmetikerin behandelt im wahrsten Wortsinn, die Haut. Das bedeutet sie erfasst mit all ihren Sinnen die Haut ihrer Kunden. Niemand anderes hat so engen und so langen Kontakt mit der Haut anderer Menschen. Die Kosmetikerin ist wahrscheinlich das Berufsbild mit der meisten Erfahrung, wie sich Haut anfühlt. 

    Zielsetzung der Arbeit einer Kosmetikerin ist die positive (gesunde) Pflege der Haut. Deshalb kann sie meist intuitiv erfassen, was der Haut guttun wird. Die Kosmetikerin kann fachgerecht beraten und eine optimale Pflege zusammenstellen, wenn sie die Vorgeschichte der Haut erfährt, die gegenwärtige Verfassung und die Gewohnheiten berücksichtigt. 

  • 5. Wie funktioniert Anti-Aging in der Kosmetik?

    Unter „Anti-Aging“ wird in der Kosmetik im Allgemeinen eine kurzfristig erzwungene Erneuerung der oberen Hautschichten verstanden. Methoden des „Anti-Aging“ sind: Verletzungen der Haut, Provokation des Immunsystems oder sogenannte Schälungen einer oder mehrerer Hautschichten. Alle Methoden des „Anti-Aging“ erreichen eine mehr oder weniger oberflächliche Erneuerung bzw. optische Veränderung der obersten Hautschichten auf Kosten eines vorgezogenen Alterungsprozesses. 

    Wie jeder andere Teil unseres Körpers durchläuft die Haut einen regelmäßigen natürlichen Erneuerungsprozess. So können Verletzungen behoben, pathogene Eindringlinge bekämpft werden bzw. die Funktion des gesamten Organs aufrechterhalten werden. Dieser regelmäßige Erneuerungsprozess endet mit unserem Ableben, d.h. er ist endlich. Durch äußere Manipulation kann dieser natürliche Erneuerungsprozess beschleunigt werden. Dies macht sich die Kosmetik-Industrie zunutze. Sie provoziert eine künstlich schnellere Erneuerung und erreicht damit ein scheinbar repariertes Hautbild, allerdings auf Kosten einer langfristig beschleunigten Alterung.

    „Anti-Aging“ meint deshalb eher „Speed-Aging“ und ist nicht wirklich von Nutzen.

  • 6. Was ist das Mikrobiom?

    Wir kennen die Bezeichnung Mikrobiom von unserem Darm. Dort meint es die Summe aller Bakterien, die dort leben. Wir wissen inzwischen, dass die Bakterien in unserem Darm zu unserem Nutzen dort sind. Krankheiten bzw. pathologische Veränderungen unseres Körpers werden heute oft auf ein gestörtes bzw. unvollständiges Mikrobiom in unserem Darm zurückgeführt. 

    Ein Mikrobiom haben wir auch auf unserer Haut. Dort wird ein ganz bestimmtes Habitat (Lebensumfeld) produziert, welches ein sehr individuelles Mikrobiom ermöglicht. Dieses sehr individuelle hauteigene Mikrobiom besteht aus einer heimischen (residenten) Bakterienflora, einer zeitlich limitierten heimischen (temporär resident) und verschiedenen Anflugkeimen und Mikroorganismen (meist pathogen), die nur sehr kurz Teil des Habitats sind. Alle Teile haben ihre eigenen Aufgaben und nur zusammen bilden sie das gesunde Mikrobiom der Haut. Dieses interagiert sowohl mit unserer Umwelt als auch mit unserem restlichen Organismus. 

    Ein intaktes Mikrobiom auf der Haut ist für uns genauso überlebenswichtig wie ein intaktes Mikrobiom im Darm.

  • 7. Wie oft sollte man sich waschen?

    Ein Reinigen mit Wasser oder einem feuchten Waschlappen kann bedenkenlos mehrmals täglich durchgeführt werden. Zudem kann man ein Fett verwenden, um starken Schmutz zu binden und zu entfernen (z.B. beim Abschminken). Bedenklicher wird es, wenn zum Wasser noch eine waschaktive Substanz verwendet wird. Wasser alleine wäscht rein physikalisch lockere Schmutzpartikel von der Haut, ohne den Fettfilm der Haut oder das Mikrobiom zu beeinträchtigen. Seife hat eine leicht fettlösende Eigenschaft. Mit Hilfe der Seite wird also ein Stück des Fettfilms abgelöst und mit ihm Teile des Mikrobioms. Da auf unserer Haut ein saures Milieu herrscht, führt Seife die Haut in den alkalischen Bereich. In diesem Fall braucht die Haut zwar etwas Regenerationszeit um durch die Wiederherstellung des Mikrobioms wieder „sauer“ zu werden – also in ihren natürlichen Zustand zurück zu kehren. Dies ist jedoch in relativ kurzer Zeit vollzogen, da Seife weder nachhaltig die Abläufe des Mikrobioms stört noch „porentief“ Fett entfernt.

    Benutzt man hingegen effektive Fettlöser, wie Tenside u.ä. oder mechanische Reinigungsmethoden, die nachhaltig Fett und unser Mikrobiom (zer-)stören ist Vorsicht geboten. Diese Mittel sollte man so selten wie möglich einsetzten. Auf keinen Fall täglich.

    Die beste Reinigungssubstanz für unsere Haut ist sauer und fetthaltig, damit die Haut so gereinigt wird, wie sie es selbständig machen würde.

  • 8. Was sind Trendwirkstoffe?

    Trendwirkstoffe sind Stoffe, die vorübergehend, saisonal – also kurz bis mittelfristig in Kosmetika eingesetzt werden. In den meisten Fällen verspricht man sich eine besondere Wirkung dieser Stoffe. Langfristig führt dies jedoch eher zu einer negativen Wirkung für die Haut.

    Oft werden auch kurzfristig Stoffe in Alltagskosmetika eingesetzt, die eigentlich der ärztlichen Therapie vorbehalten sein sollten (z. B. Fruchtsäuren oder Retinol). Oder es kommen Stoffgruppen zum Einsatz, die aus der (Natur-) Heilkunde ein positives Image haben, bei alltäglicher Anwendung doch ihre Wirkung verlieren.

    Der Einsatz solcher Trendwirkstoffe, selbst wenn deren negative Langfristwirkungen bekannt sind, unterliegen bemerkenswerterweise zeitlicher Zyklen, wie Modetrends in der Bekleidungsindustrie. So wurden bereits in den 60er Jahren Hormone eingesetzt und wieder vom Markt genommen. In den 2000er Jahren wurden sie erneut unter der Bezeichnung „Phytohormone“ für die Kosmetik „entdeckt“. 

  • 9. Wie sieht die ideale Hautpflege für junge Leute aus?

    Die beste Hautpflege für junge Leute besteht darin, Schäden, die mit falscher Pflege verursacht werden, zu vermeiden. Pauschal kann gelten - weniger (Pflegeprodukte) ist mehr.

    Kritisch zu hinterfragen sind prinzipiell Reinigungsprodukte, welche die natürliche Funktionsweise der Haut stören und Wirkstoffe, welche die Haut zu Reaktionen zwingt. 

    Jede Haut ist einzigartig und generelle Aussagen schwierig, deshalb ist die Investition in eine unabhängige Aufklärung und Beratung, gerade für die junge Haut, besonders sinnvoll. 

  • 10. Was versteht man unter personalisierter Kosmetik?

    „Personalisierte Kosmetik“ ist ein neues Schlagwort aus der Werbung für Kosmetikprodukte. Es wird suggeriert, dass durch Fotos der Haut, Online Fragebogen, Mikrobiom-Probe oder gar DNA-Probe personalisierte Produktempfehlung möglich sind.  All diese Methoden haben gemeinsam, dass sie jeweils nur einen erfassten Faktor maschinell verarbeiten und dann „personalisierte“ Produkte empfehlen, die aus einem limitierten Sortiment kommen.  

    Wir sind der Meinung, dass eine „personalisierte“ oder individuelle Pflege so tatsächlich nicht möglich ist. Uns ist kein Analysegerät/Scanner/Laser bekannt, welches nur annähernd die Komplexität eines Individuums erfassen kann. Wir arbeiten daher mit erfahrenen Kosmetikerinnen zusammen, die als Mensch auch einen anderen Menschen in seiner Komplexität erkennen können. Unter Berücksichtigung des aktuellen Status von Psyche, Hormon- und Immunsystem zieht sie Schlüsse und kann ein wirklich individuelles Pflegekonzept entwickeln, dass mehr einschließt, als nur den Verkauf von Produkten. 

  • 11. Sind Rosel Heim Produkte tierversuchsfrei?

    Seit 1995 sind Tierversuche bei der Entwicklung von pflegenden Kosmetika in Europa verboten. Wenig später, 1998, folgte das Verbot von Tierversuchen bei Färbemitteln und dekorativen Produkten. 2004, 2009, 2014 und 2016 wurde das Tierversuchs-Verbot nochmals verschärft. 2016 wurde sogar verboten auf die vorhandene Datenlage von (außereuropäischen) Tierversuchen zurückzugreifen. 

    Das Ganze wird konterkariert von der europäischen Chemikalien Verordnung REACH, eingeführt 2007, die für Verbrauchersicherheit sorgen soll und anfangs explizit neue Tierversuche zur Bestimmung der Toxizität verlangte, später den Rückgriff auf vorhandene Daten erlaubte, was durch die Tierschutzverordnung wieder eingeschränkt wurde.

    Rosel Heim entwickelt, forscht und produziert in Deutschland und unterliegt deshalb seit Gründung der deutschen/europäischen Rechtsprechung.

  • 12. Ist Rosel Heim eine Familienfirma?

    Ja. 

    Für die heutige Generation war Rosel Heim eine liebevolle Großmutter. Von ihr haben wir gelernt Produkte zu entwickeln, herzustellen und ständig zu verbessern. Wir produzieren selbst im Schwarzwald. Einige wenige Produkte lassen wir in Baden-Württemberg für uns produzieren und wir haben eine eigene Abfüllung und Konfektionierung. Mit unseren Lieferanten und Mitarbeitern verbinden uns zum Teil sehr lange Geschichten. Da wir alle im Unternehmen persönlich ansprechbar sind, die fachlichen Schulungen selbst durchführen und nur Produkte herstellen, die wir auch selbst verwenden, verzichten wir auf jegliche Zertifizierung oder Labelung.